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24. Mai: Tag der bulgarischen Bildung, der Kultur und der kyrillischen Schrift

Kunst & Kultur Der 24. Mai ist einer der beliebtesten Feiertage des bulgarischen Volkes.

Der Feiertag ist ein Ausdruck der Dankbarkeit der Bulgaren für das Werk der Aufklärer St.Kyril und St.Methodius, zwei Brüdern aus Thessaloniki, die im 9. Jahrhundert die kyrillische Schrift eingeführt und verbreitet haben.
Nach der Befreiung Bulgariens vom türkischen Joch ist der den heiligen Brüdern Kiril und Metodij geweihte 24. Mai einer der ersten offiziellen Feiertage des wiedergeborenen bulgarischen Staates.

Schule und Kirche sind in Bulgarien bis heute jene Institutionen, welche seit der Zeit der Wiedergeburt Bulgariens ein hohes Ansehen und Autorität unter der Bevölkerung genießen.


Die von Kiril und Metodij geschaffene slawische Literatursprache ist im altbulgarischen Stil verfasst. Sie ist der Ausdruck einer lebenden, überarbeiteten Sprache eines Volkes. Das Schaffenswerk der beiden Brüder Kiril und Metodij zerstört die unoffizielle Konzeption über “die drei heiligen Sprachen“ – Hebräisch, Griechisch und Lateinisch, was zu einem gewissem Grad die kulturelle Entwicklung der anderen europäischen Völker einschränkte.

Die Übersetzungen der heiligen Brüder legen den Grundstein für die slawische Literatur und erklären und verteidigen praktisch die These über die Gleichheit der Slawen und deren Einbeziehung in den zur damaligen Zeit anerkannten Kulturkreis der zivilisierten Völker.

Der Poet aus der Zeit der Wiedergeburt und Vertreter des gesellschaftlichen Lebens, Stojan Mihajlowski schafft im Jahr 1892 eine Hymne, die das große Schaffenswerk der heiligen Brüder Kiril und Metodi verewigt. Die Hymne trägt den Titel “Geh voran, auferstandnes Volk“. Panajot Pipkov schreibt im Jahre 1901 die Musik zum Text. 

Das Aufkommen des slawischen Schrifttums, dessen Schöpfer die heiligen Kiril und Metodij sind, rief nicht nur im historischen Leben der Slawen gewaltige Veränderungen hervor, sondern auch in der gesamten europäischen Zivilisation. Nicht zufällig ernannte im Jahre 1980 der erste slawische Pabst, Johannes Paul II., die beiden thessalonischen Brüder zu europäischen Schutzheiligen.


Das bulgarische Alhabet:

А а   Б б   В в   Г г   Д д   Е е   Ж ж   З з   И и   Й й   К к  Л л   М м   Н н   О o  П п   Р р   С с   Т т   У у   Ф ф   Х х   Ц ц   Ч ч   Ш ш   Щ щ   Ъ ъ   ь   Ю ю   Я я


Wissenswert:

Das kyrillische Alphabet, nach den traditionellen Namen der ersten beiden Buchstaben auch Asbuka genannt, ist eine Buchstabenschrift, die für zahlreiche, vor allem slawische, Sprachen in Europa und Asien verwendet wird. Sie ist nach Kyrill von Saloniki benannt, der jedoch nicht die (heute trotzdem so genannte) kyrillische, sondern die ihr vorausgehende glagolitische Schrift entworfen hat.

Obwohl anerkannt ist, dass Kyrill und Method als Urheber der glagolitischen Schrift, einer Art Vorgänger des kyrillischen Alphabets gelten können, ist die Urheberschaft des kyrillischen Alphabets immer noch Gegenstand akademischer Diskussion. Die Zuschrift an Clemens (Kliment) von Ohrid, einen Schüler Kyrills von Saloniki, ist zwar weit verbreitet, jedoch legendär und nicht zu beweisen. Eine entsprechend gedeutete Nachricht in der Legenda Ochridica bedeutet tatsächlich wohl nur, dass er die glagolitische Schrift reformiert hat. Andere Theorien vermuten den Ursprung in der Schule von Preslaw in Nordostbulgarien. Fest steht, dass das kyrillische Alphabet im 9. oder 10. Jahrhundert in Bulgarien entstand.

Die meisten Buchstaben wurden aus dem griechischen Alphabet (in seiner byzantinischen Schriftform) übernommen oder abgeleitet. Für Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, wurden Zeichen aus der glagolitischen Schrift (Glagoliza) zugrunde gelegt, die um 862 vom Slawenlehrer Konstantin, der später den Namen Kyrill annahm, entwickelt worden war. Nach ihm wurde die kyrillische Schrift benannt, obwohl sie sich sehr von der glagolitischen Schrift unterscheidet.

Funktionale Bedeutung hatte die kyrillische Schrift für den bulgarischen König, um in einfacher Weise slawische Sprachen abzubilden und Bibelübersetzungen anzufertigen, um die christliche Missionierung seines Vielvölkerstaates und umliegender Territorien voranzutreiben, zu dem größere Gebiete in der heutigen Ukraine, in Serbien, Kroatien, Rumänien, Moldawien und Russland gehörten. Dadurch verstand sich Bulgarien als neuer Zweig des orthodoxen Christentums in der Rivalität zu Byzanz und übte großen politischen Einfluss bis Ende des 14. Jahrhunderts aus.

Seit dem Beitritt Bulgariens ist die kyrillische – neben der lateinischen und der griechischen – eine der drei offiziell verwendeten Schriften in der Europäischen Union.

Die glagolitische Schrift oder Glagoliza (bosnisch/serbisch-glagoljica, kroatisch-glagoljica, russisch/bulgarisch/mazedonisch-glagolica, slowenisch-glagolica, slowakisch-hlaholika und tschechisch-hlaholice in wissenschaftlicher Transliteration Glagolica) ist die älteste slawische Schrift.

Sie wurde um 860 (höchstwahrscheinlich jedoch erst 863) von dem aus Byzanz entsandten, aus Thessaloniki stammenden Gelehrten Konstantin, der später als Mönch den Namen Kyrill annahm, für die Zwecke der Moravisch-Pannonischen Mission und ersten slawischen Kirchengründung entwickelt. Da das griechische Alphabet für die slawischen Sprachen nur eingeschränkt geeignet war und Konstantin die kulturelle Eigenständigkeit der Slawen betonen wollte, konzipierte er die glagolitische Schrift als „Abstandschrift“; d. h., er legte ihr zwar das griechische System („Schriftdenken“: Buchstaben mit Laut- und numerischer Funktion) zugrunde, schuf jedoch ein von anderen Schriften formal unabhängiges, neues Alphabet. Freilich konnte sich Kyrill dabei dem Einfluss anderer Schriften nicht ganz entziehen. Als Quellen dienten ihm neben den griechischen Minuskeln auch kaukasische (insbes. das georgische) und semitische Schriftsysteme. Sicher ist ebenfalls, dass christliche Symbole (insbes. Kreuz, Kreis, Dreieck) bei der Formgebung eine wichtige Rolle spielten.

Aus der konstruktiven Urform der Glagoliza entwickelte sich zunächst eine runde, dann auch eine eckige Variante. Die runde Glagoliza dominierte im risch-makedonisch-serbischen Raum, die jüngere eckige vor allem in Kroatien und wurde ab dem 16. Jahrhundert auch für den Buchdruck verwendet.

Als in den letzten Dezennien des 9. Jahrhunderts auf dem Territorium des bulgarischen Reiches die kyrillische Schrift größtenteils aus der griechischen Schrift entwickelt wurde, wurden einige Zeichen der glagolitischen Schrift (ohne Zahlwert) beibehalten, und zwar für Laute, die im Slawischen vorhanden waren, im Griechischen dagegen fehlten. Ab dem 10./11. Jahrhundert wurde die Glagoliza von der kyrillischen Schrift durch Reformen mehr und mehr verdrängt. Während sie auf anderen Territorien schon im späten 12.Jahrhundert allenfalls als Geheimschrift noch eine gewisse Rolle spielte, konnte sie sich in Kroatien noch lange halten, auf der Insel Krk und in der nordwestkroatischen Region Istrien sogar bis Anfang des 19. Jahrhunderts.

Quelle: Wikipedia

24. Mai: Tag der bulgarischen Bildung, der Kultur und der kyrillischen Schrift

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