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Neues Rechenmodell: Meilenstein in der Klimaforschung

Natur & Umwelt Auf der Erde wird es heißer. Und das wesentlich schneller als erwartet.
Mit einem völlig neuen Rechenmodell prognostizieren Wissenschaftler die
Temperatur der nächsten zehn Jahre. Ab 2009 drohen neue Hitzerekorde.
"Das ist ein Meilenstein. Ich muss neidvoll oder neidlos anerkennen: die sind uns voraus." Jochen Marotzke ist begeistert. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg sitzt an seinem Schreibtisch. Vor ihm das Fachblatt "Science" und darin: Ein Rechenmodell des Klimaforschers Doug Smith vom britischen Hadley Centre in Exeter.

Es gibt zahllose Klimamodelle. Jede größere Forschungseinrichtung auf der ganzen Welt hat ihr eigenes. Aber das, was sich aus dem Rechenmodell von Smith und seinen Kollegen rauslesen lässt, konnte bisher noch keines: eine Vorhersage der Klimaentwicklung für die nächsten zehn Jahre. "Am besten erklärt man das mit der Wettervorhersage", sagt Marotzke:" Was wir dort machen, dass wir den beobachtbaren Ausgangszustand nehmen und von dort aus in die Zukunft rechnen, ist hier zum ersten Mal für ein globales Klimamodell gemacht worden."

Drastische Beschleunigung

Bisher berücksichtigen die meisten Klimamodelle vor allem äußere Klimafaktoren wie Treibhausgase, Schwebeteilchen in der Luft oder Veränderungen der Sonnenstrahlung. Das neue Modell namens DePreSys (Decadal Climate Prediction System) hat zusätzlich auch viele Variationen innerhalb des Klimageschehens, wie beispielsweise die Wärmespeicherung in den Ozeanen, aufgenommen.

Die Ergebnisse sind alarmierend. Mindestens die Hälfte der Jahre von 2010 bis 2014 wird - nach Analyse der Briten - wärmer als das weltweit bislang heißeste Jahr 1998. Von 1995 bis 2015 gehen die Wissenschaftler von einer Erwärmung von 0,5 Grad aus. Hört sich eigentlich nach nicht viel an? Ist es aber. "Der beste Maßstab sind da die Eiszeiten", sagt Marotzke. Heute sei es im globalen Mittel ungefähr fünf Grad wärmer, als während der letzten Eiszeit. "Wenn wir die neuen Ergebnisse nun auf 100 Jahre extrapolieren, dann sind das 2,5 Grad. Und das wäre eine halbe Eiszeit", rechnet Marotzke vor.    

So heiß wie noch nie

Und mit der steigenden Konzentration von Kohlendioxid könnte sich die Erwärmung durchaus noch beschleunigen. Da ist man sich im Max-Planck-Institut für Meteorologie einig. Weitere beunruhigende Daten gibt es schon jetzt genug. Aktuelle Satelliten-Bilder des Zentrums für Marine- und Atmosphärische Wissenschaften (ZMAW) der Uni Hamburg zeigen: weite Teile der Sibirischen See sowie der Nordwestpassage sind eisfrei. Im vergangenen August waren diese Flächen noch weitgehend mit Eis bedeckt. 2007 brachte bislang bereits mehrere Klimarekorde, berichtet die UN-Wetterorganisation (WMO) in Genf. So sei die Oberflächentemperatur an Land im Januar und April so hoch gewesen wie noch nie in diesen Monaten seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1880.
 

Marcus Bösch

www.dw-world.de
 

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