Bulgarische Gemeinschaft - Berlin e.V.

BG-Berlin
Terminkalender
November 2017
  1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
Keine Termine für heute.

Marteniza - ein Frühlingssymbol

Wenn Sie Glück haben am 1. März in Bulgarien zu sein, mit Sicherheit werden Sie bemerken, dass jeder Mensch diese kleinen rot-weißen Anhängseln bei sich trägt.

Ab dem 22. März bis Mitte April werden sie die gleichen auf den Fruchtbäume und Sträucher hängen sehen.
Am 1. März, so wie in den nächsten Tage schenken sich die Leute rot-weiße Armbänder, rot-weiße Fadenpuppen. Die rote männliche Puppe nennt man Pijo, die weiße weibliche Puppe - Penda. Die beiden sind als "Marteniza" berühmt. Marteniza kommt aus dem Monatname auf Bulgarisch "Mart". Nach der Legende ist "Baba Marta" (der weibliche Name von "Marta") eine alte ärgerliche Frau, die im März herrscht und das Wetter nach ihrer Laune ändert.


Die Geschichte der Marteniza:

Es gibt viele Legenden über den das rot-weiße Symbol der Marteniza und hier werden wir einige von denen erzählen. Vor hunderten Jahren reiste der protobulgarische Khan Isperih von seinem Haus in den fernen Tibet-Gebirge ab, um ein neues fruchtbares Land für sein Volk zu finden. Er fuhr durch vielen Flüssen und Gebirgen und am Ende erreichte die slawischen Orten. Die Slawen traffen ihn als teuren Gast. Frauen mit weißen Kleider brachten ihm Getränke. Die Tische waren reich bedeckt mit Speisen - alles, was dieses gesegnetes Land gebärt. Der Khan aber hatte Kummer für sein Zuhause und für die ihm nahestehenden Leute - seine Mutter und seine Schwester Kalina. Er saß auf einem Flussufer und betete zu den Götter und zu der Sonne um Wunder. Und das Wunder kam. Auf seine Schulter ließ sich eine Schwalbe nieder. Der Khan erzählte dem Vogel von seinem Schmerz. Die Schwalbe flog nach den Orten, woraus die Protobulgaren gekommen sind. Sie erzählte Kalina mit menschlicher Stimme, dass ihr Bruder neues Land für sein Reich gefunden hatte und dass er sehr traurig war und sie grüßte. Kalina war sehr froh und wollte Nachricht zu ihrem Bruder schicken. Sie machte ein grünes Sträußchen, drehte Wollfaden mit Grußknoten herum und schickte es per Schwalbe zu Isperih. Das Vögelchen war bald wieder auf seiner Schulter. Der Khan nahm das Sträußchen und auf den Knoten las er den Gruß von Kalina. Er befahl seinem Volk - jeder ein solches Sträußchen mit roten und weißen Faden zu machen und es am diesen Tag zur Gesundheit und Himmelsegen immer zu tragen. Das passierte am 1. März und ist bis heute als Tradition geblieben.

Die Tradition:

Nach der Tradition macht man am 1. März ein Feuer mit viel Rauch auf dem Haushof. Dann springen alle dreimal das Feuer mit Gesicht zu dem Sonnenaufgang über, um sich von den bösen Kräften zu säubern und sich von den schlimmen Krankheiten zu schützen. Die Hausfrau bringt rote Kleider und Geweben und lässt sie auf den Bäumen und auf dem Zaun zu hängen. Nachdem schmückt sie die Kinder und neugeborene Tiere mit von ihr ausgearbeitete Martenizi aus Wolle- und Baumwollfaden.

Es gibt auch eine christliche Legende über die Marteniza. Das passierte vor vielen Jahrhunderten, wenn die Leute froh waren und weiße Kleider trugen. In einem Frühlingsmorgen, am 1. März im Jahr, wenn Jesus geboren war, Jungfrau Maria schnitt einen Streifen von ihrem Kleid und färbte es mit ihrem jungfräulichen Blut. Dann drehte sie den roten Streifen mit einen weißen zusammen und schmückte mit dem ihre Brüste. Sie kam raus, um die erste Sonnenstrahlen zu treffen und dem Weltall von der heiligen Fruchtbarkeit, die sie erwartete, mitzuteilen. Und der Herr Jesus Christus war geboren.

Seitdem bis heute schmücken die zusammen gedrehten rot-weißen Faden der Marteniza nach der Tradition alle Frauen, Kindern und Haustiere, damit sie gesund und fruchtbar werden und Frohe in der Familie bringen. Nach den Christen ist diese bulgarische Sitte einzigartig und man kann sie nirgendwo anders auf der Welt treffen. Das ist ein Ausdruck der menschlichen Verehrung vor der Gottes Mutter.

In den traditionellen bulgarischen Martenizi sind verschiedene Gegenstände: Münzen, getrockneter Knoblauch, Glasperlen, Eisenringe, Pferdeschwanzhaare, Schneckenschalen und s.w. eingeflochten. Deshalb sind die Martenizi als Talisman gegen die bösen Kräfte gerechnet.

Nach den urältesten Traditionen müssen die Kinder Martenizi um der rechten Hand, auf dem Hals oder Brüste tragen. Die Jungfrauen und jungen Bräute tragen Martenizi auf dem Hals und eingeflochten in den Haaren. Die Martenizi bei den Männer müssen sich nicht sehen - oben dem linken Ellenbogen oder auf dem linken Knöchel, in manchen Gebieten auch in dem linken Schuh oder unter der Ferse. Das Glauben existiert , dass wenn jemand einen Mann mit Marteniza sieht, wird sein Männlichkeit fesseln.

Die Bulgaren glauben auch, dass die rot-weißen Martenizi "Baba Marta" mild stimmen, damit sie nicht zornig wäre und Kälte nicht schickt. So hoffen sie, dass der warme Frühling bald kommt. Alle erhaltenen Martenizi tragen die Bulgaren auf den Kleider oder als Armbänder (gewöhnlich auf dem rechten Hand) und bewahren sie bis zum ersten Frühlingszeichen - z.B. einen Storch, eine Schwalbe oder blühendes Fruchtbaum. Wenn man ein solches Zeichen sieht, kann man sie herausnehmen, weil der Frühling schon gekommen ist. In den verschiedenen Landesgebieten unterscheiden sich die Glaubens. Wenn die meisten Leute einen Storch sehen, nehmen sie ihre Martenizi heraus und verbinden sie auf einem Fruchtbaum. In diesem Moment wünschen sie sich etwas und glauben, dass das unbedingt sich erfüllt.

Marteniza - ein Frühlingssymbol

Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


  1. Vorstand schreibt am 01.03.2013 18:12
    Die Tradition von Martinitza habe ich durch einen Briefkontakt  Anfangt der 7o-ziger Jahre kennengelernt. 1972  haben wir uns auch in Sofia getroffen - danach aber wieder leider  verloren. Ich habe jedes Jahr am 1. März dran gedacht.

    Und finde  heute immer noch diese Tradition wunderbar. Im nächsten Jahr werde ich wohl einen Anstecker bestellen - in Erinnerung an damals!!!

    Viele Grüße von Radi
Artikel Bewertung
Ergebnis: 5
Stimmen: 12

stars-5

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und bewerten diesen Artikel:
Excellent
Sehr gut
Gut
Okay
Schlecht

Verwandte Links

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Bräuche und Feiertage: